30. März 2010
Das Urteil klingt dramatisch: Noch nie sei das Interesse der acht bis neun Millionen jungen Deutschen an Politik so gering gewesen wie heute. Das besagt die neue Shell-Jugendstudie, die im September dieses Jahres herauskommen wird. »Das Interesse für Politik ist auf einem historischen Tiefpunkt«, sagte Klaus Hurrelmann, Sozialforscher und Leiter der Studie, in einem Interview mit der Zeit. 2500 Deutsche zwischen 12 und 25 Jahren wurden hierfür befragt. Nur noch ein Drittel von ihnen schätze sich demnach als politisch ein. In den 1970er-Jahren seien es noch zwei Drittel einer Generation gewesen.
Entwickelt sich das Land der Dichter und Denker zu einer Nation von Einfaltspinseln? Die Wirklichkeit ist vielschichtiger. Laut Shell-Studie engagiert sich die junge Generation lieber etappenweise in Projekten als langfristig, etwa in einer Partei: »Projektarbeit ist für junge Leute attraktiver, da sie zeitlich begrenzt ist und Erfolge schneller erkennbar sind«, sagt Ute Rawert, Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung politischen Handelns in Bonn. Kontinuität und langfristiges Engagement wirke auf junge Menschen eher abschreckend. [...]
Machen statt Meckern`ist meine Devise. Ein Großteil der Jugendlichen sieht das genauso, aber viele wissen nicht so richtig, WIE sie politisch aktiv werden können und sich für ihre Ziele einsetzen sollen. Und dann lassen sie es lieber, bleiben draußen, statt sich als Teil der Gesellschaft zu verstehen, die wir selbst gestalten. Genau da setzt der v.f.h. an, der Lust auf Politik macht und zeigt, wie Engagement geht.