von Carsten Steinert
Frage 1: Was tust Du, wenn Du Dich auf Kollisionskurs mit
dem Ökosystem befindest? Antwort 1: Ich weise den Maschinenraum an, ordentlich
Kohle nachzulegen, installiere an der Stelle des Segelmastes einen Atomantrieb
und erhöhe dadurch die Kollisionsgeschwindigkeit. Antwort 2: Ich ändere den
Kurs, setze Segel und fahre die Maschinen herunter, wenn Wind weht.
Frage 2: Was tust Du, wenn Du erfährst, dass längeres
gemeinsames Lernen den „schwächeren“ wie den „stärkeren“ Schülern nützt und die
soziale Selektion entschärft? Antwort 1: Um meine Wähler nicht zu überfordern
behaupte ich das Gegenteil und führe ein völlig überfrachtetes Turbo-Abi ein.
Antwort 2: Ich schaffe die rechtlichen Grundlagen dafür, dass Schüler länger
gemeinsam lernen können, wenn die Bürgerinnen und Bürger dies vor Ort wollen. Um
die soziale Selektion zusätzlich dazu zu entschärfen, schaffe ich die
Studiengebühren ab.
Frage 3: Was tust Du, wenn die Städte in Deinem Land wegen einer völlig
verfehlten Steuersenkungspolitik die Schwimmbäder und Theater schließen, die
Infrastruktur verrotten lassen, Kita-Gebühren anheben und die Jugendhilfe kürzen?
Antwort 1: Ich mache ein sorgenvolles Gesicht, inszeniere mich als Arbeiterführer
und setze meinen Kurs der Steuergeschenke fort, auch wenn mir aufgrund der größten
Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit gerade der Haushalt um die Ohren fliegt. Antwort 2:
Ich haue auf den Tisch, beende die Politik der Steuergeschenke und ziehe die Banken zur
Finanzierung der Finanzmarktkrise heran.
Frage 4: Was tust Du, wenn Du erfährst, dass die Leitmärkte
der Zukunft grün sind und sich dort Hunderttausende zukunftsfähiger Arbeitsplätze
schaffen lassen? Antwort 1: Ich baue grüne Rhetorik in meine Reden ein und
mache ansonsten genauso weiter wie bisher, um meine mächtigen Freunde nicht vor
den Kopf zu stoßen. Antwort 2: Ich starte ein grünes Marktanreizprogramm, indem
ich die öffentliche Beschaffung auf GRÜN umstelle und alle öffentlichen Gebäude
energetisch saniere. Mit den Milliarden aus den EU-Töpfen fördere ich nur noch Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen unsere ökologischen Probleme nicht
vergrößern. Ich fördere Erneuerbare Energien, Effizienztechnik und Einsparung
und beginne mit dem Bau eines intelligenten Energie- und Verkehrsnetzes.
Frage 5: Was tust Du, wenn Du erkennst, wie wichtig
demokratische Kultur für Dein Land ist? Antwort 1: Ich starte eine
Rent-a-Ministerpräsident-Kampagne, lasse meine Konkurrentin per Video
überwachen, verstoße gegen die Grundsätze der Parteienfinanzierung, schüchtere
kritische Journalisten und Blogger ein und fahre die Mittel für politische
Bildung herunter. Antwort 2: Ich begrenze die Möglichkeit von Parteispenden,
stärke den Einfluss der Bürgerinnen und Bürger durch die Möglichkeit von
Kumulieren und Panaschieren, senke die Hürden für Volksentscheide und
Volksbegehren und stärke die politische Bildung.
Auswertung: Falls Dir die Antwort 1 mehr als 1 Mal sinnvoll vorkam, bleibe
am Sonntag zu Hause, gehe in Dich und besuche mehrere vfh-Seminare. Falls Dir
hingegen Antwort 2 sinnvoller erschien, wähle am Sonntag Bündnis 90/Die Grünen –
und besuche mehrere vfh-Seminare.
Carsten Steinert ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft
Wirtschaft und Finanzen von Bündnis 90/Die Grünen NRW und seit vielen Jahren im
v.f.h. engagiert. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors und nicht die des v.f.h. wieder.
dem Ökosystem befindest? Antwort 1: Ich weise den Maschinenraum an, ordentlich
Kohle nachzulegen, installiere an der Stelle des Segelmastes einen Atomantrieb
und erhöhe dadurch die Kollisionsgeschwindigkeit. Antwort 2: Ich ändere den
Kurs, setze Segel und fahre die Maschinen herunter, wenn Wind weht.
Frage 2: Was tust Du, wenn Du erfährst, dass längeres
gemeinsames Lernen den „schwächeren“ wie den „stärkeren“ Schülern nützt und die
soziale Selektion entschärft? Antwort 1: Um meine Wähler nicht zu überfordern
behaupte ich das Gegenteil und führe ein völlig überfrachtetes Turbo-Abi ein.
Antwort 2: Ich schaffe die rechtlichen Grundlagen dafür, dass Schüler länger
gemeinsam lernen können, wenn die Bürgerinnen und Bürger dies vor Ort wollen. Um
die soziale Selektion zusätzlich dazu zu entschärfen, schaffe ich die
Studiengebühren ab.
Frage 3: Was tust Du, wenn die Städte in Deinem Land wegen einer völlig
verfehlten Steuersenkungspolitik die Schwimmbäder und Theater schließen, die
Infrastruktur verrotten lassen, Kita-Gebühren anheben und die Jugendhilfe kürzen?
Antwort 1: Ich mache ein sorgenvolles Gesicht, inszeniere mich als Arbeiterführer
und setze meinen Kurs der Steuergeschenke fort, auch wenn mir aufgrund der größten
Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit gerade der Haushalt um die Ohren fliegt. Antwort 2:
Ich haue auf den Tisch, beende die Politik der Steuergeschenke und ziehe die Banken zur
Finanzierung der Finanzmarktkrise heran.
Frage 4: Was tust Du, wenn Du erfährst, dass die Leitmärkte
der Zukunft grün sind und sich dort Hunderttausende zukunftsfähiger Arbeitsplätze
schaffen lassen? Antwort 1: Ich baue grüne Rhetorik in meine Reden ein und
mache ansonsten genauso weiter wie bisher, um meine mächtigen Freunde nicht vor
den Kopf zu stoßen. Antwort 2: Ich starte ein grünes Marktanreizprogramm, indem
ich die öffentliche Beschaffung auf GRÜN umstelle und alle öffentlichen Gebäude
energetisch saniere. Mit den Milliarden aus den EU-Töpfen fördere ich nur noch Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen unsere ökologischen Probleme nicht
vergrößern. Ich fördere Erneuerbare Energien, Effizienztechnik und Einsparung
und beginne mit dem Bau eines intelligenten Energie- und Verkehrsnetzes.
Frage 5: Was tust Du, wenn Du erkennst, wie wichtig
demokratische Kultur für Dein Land ist? Antwort 1: Ich starte eine
Rent-a-Ministerpräsident-Kampagne, lasse meine Konkurrentin per Video
überwachen, verstoße gegen die Grundsätze der Parteienfinanzierung, schüchtere
kritische Journalisten und Blogger ein und fahre die Mittel für politische
Bildung herunter. Antwort 2: Ich begrenze die Möglichkeit von Parteispenden,
stärke den Einfluss der Bürgerinnen und Bürger durch die Möglichkeit von
Kumulieren und Panaschieren, senke die Hürden für Volksentscheide und
Volksbegehren und stärke die politische Bildung.
Auswertung: Falls Dir die Antwort 1 mehr als 1 Mal sinnvoll vorkam, bleibe
am Sonntag zu Hause, gehe in Dich und besuche mehrere vfh-Seminare. Falls Dir
hingegen Antwort 2 sinnvoller erschien, wähle am Sonntag Bündnis 90/Die Grünen –
und besuche mehrere vfh-Seminare.
Carsten Steinert ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft
Wirtschaft und Finanzen von Bündnis 90/Die Grünen NRW und seit vielen Jahren im
v.f.h. engagiert. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Autors und nicht die des v.f.h. wieder.
