von Ramona Rossa
Die nächste Wahl steht an, und darauf freue ich mich. Seit ich denken kann, ist das schon so: nie ist mein Einfluss als Bürgerin für mich unmittelbarer als am Wahltag, wenn meine Stimme mit über den zukünftigen Kurs unseres Landes entscheidet. Dabei geht es um mehr als persönliche Sympathien und Einzelheiten des Wahlkampfes. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Frage, in was für einem Land ich leben möchte.
Das Land, in dem ich leben will, hat viele Qualitäten: es bietet mir berufliche Zukunftschancen, eröffnet Perspektiven für eine Familie, ist auch im Alter lebenswert – und lässt mir vor allem eines: Freiraum, um einfach ich selbst zu sein. Wenn die Schließung der Wahllokale am 9. Mai um 18 Uhr bedeutet, dass ich für die nächsten fünf Jahre nicht mehr nach meiner Meinung gefragt werde, ist eindeutig etwas faul im Lande Nordrhein-Westfalen. Ich wünsche mir aber, dass Individualität, Kreativität und Innovation hier Zukunft haben, damit alle Menschen in unserem Bundesland das Beste aus sich und ihrem Leben machen können, ohne dabei von der Politik bevormundet zu werden. Welche Partei für all dies steht? Ganz klar: die FDP.
Mit Bildung steht und fällt die Zukunft von NRW. Wo die Menschen darin gefördert werden, ihren geistigen Horizont zu erweitern, wo auf individuelle Begabungen ebenso wie auf Schwächen eingegangen wird, wo Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einer kritischen Auseinandersetzung unterzogen werden, anstatt mit klischeehaften Zukunftsängsten belastet zu sein, da sind mündige Bürgerinnen und Bürger. Dabei darf es nicht um Zwang und Druck gehen, sondern um individuelle Entwicklung und Verantwortung für sich selbst und andere. Liberale Bildungspolitik versucht nicht, Unterschiede zwischen Lernenden zu verleugnen, sondern nutzt sie im positiven Sinne: zum Beispiel durch flexible Übergangsmöglichkeiten zwischen den Schulformen, durch die Förderung des Spracherwerbs von der frühen Kindheit an, durch Vernetzung von Hochschulbildung und Wirtschaft. Bildung ist nicht „auswendig lernen“, sondern Eröffnung von Perspektiven, Entwicklung von Persönlichkeiten und Entdeckung individueller Ziele und Wünsche. Dazu gehört auch politische Bildung, die mir als v.f.h.-Mitglied besonders am Herzen liegt: wer gut informiert ist, trifft bewusstere Entscheidungen, engagiert sich, gestaltet die Zukunft aktiv mit.
Jeder Mensch hat ganz eigene Stärken und Schwächen und eine individuelle Vorstellung davon, was sie oder ihn glücklich macht. Jeder Mensch verdient die Freiheit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Ich möchte keinen Staat, der mich dabei bevormundet, sondern einen, der neue Ideen und Kreativität fördert. Oft bedeutet das, dass die Politik sich heraushalten muss. Individuellen und gesellschaftlichen Fortschritt gibt es nicht mit Einschränkungen, sondern durch Wettbewerb und aktiven Austausch. Dazu benötigen Bürgerinnen und Bürger finanzielle und rechtliche Handlungsfreiräume – ebenso wie Unternehmen. Der Staat ist am stärksten, wenn er sich auf seine Kernaufgaben beschränkt und schlechter gestellte Menschen auffängt, statt erfolgreiche zu bremsen. Erfolg und Wachstum schaffen Arbeitsplätze und Wohlstand. Darum muss die Politik Innovation, Forschung und Kreativität fördern, nicht in sie eingreifen.
Das Land, in dem ich leben will, lässt mich selbst entscheiden, wie ich mein Leben führen möchte. Es lässt mich „Familie“ selbst definieren, lässt mich entscheiden, ob ich „mehr“ für meine Gesundheit will, schützt meine Daten. Es fordert Eigenverantwortung von mir und respektiert meine Individualität. Genau dies ist der zentrale Gedanke liberaler Politik: ich will frei sein. Und die gleiche Freiheit wünsche ich mir für andere. Darum wähle ich am 9. Mai FDP – für ein Nordrhein-Westfalen, in dem ich noch lange leben möchte.
Ramona Rossa ist Studentin der Anglistik an der Universität Bonn und ehrenamtlich engagiert bei Amnesty International und im v.f.h. Der Artikel gibt ihre persönliche Meinung wieder und nicht die des v.f.h.

Kommentare
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Es ist das generelle Problem, das kaum einer noch Wählen geht. Mittlerweile wählt man doch nur noch die Partei, die am besten Lügen konnte. Dafür dann seine Freizeit zu opfern um Wählen zu gehen = kann ich nachvollziehen, das hier die Bevölkerung immer fauler wird. Es ist in erster Linie eine Politisches Problem mit den Wahlen. Erst dann könnte man über kürzere Wahlabstände sinnieren.
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