Die deutsche Entwicklungspolitik wird von allen Seiten kritisiert: hoffnungslos zersplittert und ohne gemeinsame Zielrichtung richte sie mehr Schaden an als Gutes zu bewirken. Auf diesem Seminar diskutieren wir zwei Aspekte dieser Fundamentalkritik: das Problem der Meßbarkeit von entwicklungspolitischen Zielsetzungen und die Struktur der deutschen Entwicklungspolitik, deren Vielzahl von Organisationen entweder als massives Problem (mangelnde Abstimmung) oder aber auch als Vorteil (Spezialisierung) gesehen wird. Zu Gast sind sowohl vehemente Befürworter als auch wortgewaltige Kritiker der Entwicklungspolitik.
Einen Eindruck von der konkreten Arbeit, den Zielen und unterschiedlichen Herangehensweisen bekommen wir bei Besuchen in nichtstaatlichen und staatlichen Organisationen, die uns einige Projekte vorstellen werden. Im Mittelpunkt werden die internationale Zusammenarbeit und die Koordinierung und Evaluation der Projekte stehen.
Das Seminarformat eignet sich sowohl für interessierte Laien als auch für Leute, die bereits eigene Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit gesammelt haben.
>> Programm
1. Tag Anreise bis 15.00 Uhr
Reform der Durchführungsorganisationen und internationale Koordinierung
Entwicklungspolitik in der Kritik – und einige Antworten
Grundsatzkritik an der EZ und neue Zielsetzungen
(Eigene) Erfahrungen mit Entwicklungshilfe
Gesprächsrunde
2. Tag
3. Tag
4. Tag
Besuch bei der Welthungerhilfe
Referentin: Julia Escher, Fachkraft für Monitoring der Millenium Development Goals
Auswertung des Seminars und Verabschiedung
Ab 16.00 Uhr fakultativ: Besuch bei Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWent)
Besuch beim Tag der offenen Tür zum Thema Klima; Bibliotheksführung für die Seminargruppe
>> Die Referentinnen
Ruth Jachertz ist Politikwissenschaftlerin und Historikerin und promoviert an der Humboldt-Universität in Berlin über die UN Food and Agriculture Organization. Ruth hat vier Jahre in der Geschäftsstelle des v.f.h. gearbeitet und führt seitdem regelmäßig für ihren Lieblingsverein Seminare durch.
Daniela Röttger studiert den Master Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik in Duisburg, nachdem sie vorher den Bachelor Sozialwissenschaften in Marburg studiert hat, hier mit Schwerpunkt auf Friedens- und Konfliktforschung. 2006 war sie für 3 Monate mit dem ASA Programm in einem Projekt zur zivilen Konfliktbearbeitung bei der GTZ in Malawi.
Den v.f.h. kennt sie seit 2000, zunächst als Teilnehmerin und dann als Leiterin der FerienAkademie Politik sowie von SV Seminaren und Workshops.
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