Max Weber verglich Politik einst mit dem „starken, langsamen Bohren harter Bretter“, welches „Leidenschaft und Augenmaß zugleich“ erfordere. Geduld, Leidenschaft und Augenmaß erscheinen angesichts einer zunehmend komplexer werdenden Welt heute für diejenigen, die für, vor allem aber von der Politik leben, noch wichtiger zu sein. Gemeinsam mit Vertreter/-innen von NGOs, politischen Parteien und Ministerien erschließen wir uns das Berufsfeld Politik und gehen zentralen demokratie-theoretischen Fragen nach. Was sind die Folgen einer zunehmenden Professionalisierung der Politik? Welche Schwierigkeiten ergeben sich, wenn die Berufung zum Beruf wird? Welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es für junge Menschen, die bei einer NGO oder einem Parlament arbeiten möchten?
>> Programm
Anreise bis 18.00 Uhr
Das Bohren dicker Bretter oder das eiserne Gesetz der Oligarchie?
Hintergrundgespräch mit Stephan Seidel (Bundesfamilienministerium) und Stefan Hennewig (CDU-Bundesgeschäftsstelle)
Beruf oder Berufung? Nachbereitung des 1. Hintergrundgesprächs mit Hilfe von Textauszügen, u.a. aus „Politik als Beruf“ (Max Weber) und „Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie“ (Robert Michels)
Proteste, Beratung und Lobbying
Textarbeit zu Formen der politischen Intervention und deren Professionalisierung
Hintergrundgespräch mit Christian Schwirten (Hauptstadtrepräsentanz der Allianzgruppe, angefragt) und Henrike Wegener (Klimapiraten, angefragt)
Und jetzt du!
Konkrete Möglichkeiten eines Einstiegs in die (professionelle) Politik
Das Seminar endet um 15.00 Uhr.
>> ReferentinLena Hipp arbeitete nach ihrem Studium als Referentin für die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag und ist seit ihrer Rückkehr aus den USA, wo sie promovierte, als PostDoc am Wissenschaftszentrum Berlin beschäftigt.