
Ob von rechts oder links, aus dem eigenen Land oder von außerhalb: Terrorismus wird zunehmend als Bedrohung interpretiert, die eine Einschränkung gesellschaftlicher Offenheit zugunsten stärkerer Überwachung notwendig macht und legitimiert. Die Gefährdung von Freiheits- und Bürgerrechten angesichts von ‘Ausnahmezuständen’ ist jedoch längst kein innerstaatliches Phänomen mehr – selbst der UN-Sicherheitsrat greift zur Bekämpfung von Terrorismus massiv in die Angelegenheiten und Rechte von Individuen ein.
Auf dem Seminar wollen wir zunächst den Diskurs um die „terroristische Bedrohung“ und den „Kampf gegen den Terror“ analysieren: Um wessen Sicherheit geht es? Welche Art der Freiheit soll verteidigt werden? Was definiert den Ausnahmezustand? Und wo liegt der Unterschied zwischen Bedrohung und Risiko? Anschließend werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der globalen Terrorismusbekämpfung durch den Sicherheitsrat und diskutieren verschiedene nationale Strategien. Dabei wird es immer auch darum gehen, Eure Positionen zu einer der ältesten und gleichzeitig aktuellsten Fragen von Politik zu finden und zu schärfen: Wie viel Sicherheit braucht die Freiheit und umgekehrt?
>> Programm
1. Tag Anreise bis 18.00 Uhr
Was ist Terrorismus? Orte, Akteure, Charakteristika
2. Tag
Grundbegriffe der Debatte Freiheit, Sicherheit und der Ausnahmezustand
Globale und extraterritoriale Terrorismusbekämpfung Strategien des UN-Sicherheitsrats und der USA
3. Tag
Nationale Terrorismusbekämpfung im Vergleich Ein Blick auf Deutschland und seine Nachbarn
Wieviel Sicherheit braucht die Freiheit? Und wieviel Sicherheit verträgt sie?
Das Seminar endet um 15.00 Uhr.
>> Die Referierenden:
Christian Kreuder-Sonnen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Global Governance des Geschwister-Scholl-Instituts für Politikwissenschaft in München. Im Rahmen seines Promotionsvorhabens beschäftigt er sich mit der Rolle von internationalen Organisationen in globalen Krisen- und Ausnahmesituationen. Seit der Schulzeit ist Christian an „Model United Nations“ – Simulationskongresse der Vereinten Nationen – beteiligt und seit 2007 Vorsitzender des Model United Nations of Lübeck e.V.
Judith Hartmann hat vor kurzem ihr Magister-Studium in Politikwissenschaft, Völkerrecht und Interkultureller Kommunikation an der LMU München abgeschlossen. Seit September beschäftigt sie sich im Rahmen des Masterstudiengangs Research Architecture vor allem mit dem Zusammenhang von Politik und Raum. Seit mehreren Jahren leitet Judith im v.f.h. FerienAkademien und WochenendAkademien, darunter mehrere Seminare zum Thema Freiheit.
>> Interessante Links:
Abou-Taam, Marwan (2011):
Folgen des 11. September 2001 für die deutschen Sicherheitsgesetze, in: Aus Politik und Zeitgeschichte
Fremuth, Michael (2009):
Private im Fadenkreuz des Sicherheitsrats. Zu der Terrorliste des UN-Sicherheitsrats, weißen Rittern und verpassten Chancen, in: Vereinte Nationen (3): 111-116
Kaim, Markus (2011):
Internationale Sicherheitspolitik nach dem 11. September, in: Aus Politik und Zeitgeschichte
Rudolf,Peter/Schaller, Christian (2012): „
Targeted Killing“. Zur völkerrechtlichen, ethischen und strategischen Problematik der gezielten Tötung in der Terrorismus- und Aufstandsbekämpfung. SWP-Studie S1, Januar 2012.
Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik
Zizek, Slavoj (2001):
Der Körper des Feindes. Die Folter und der Westen: Über die Selbstaushöhlung des Liberalismus nach den Terroranschlägen, in: Die Zeit