Was bedeutet Heimat? Ein Ort? Ein Gefühl? Eine Grenze? Eine Idee? Oder eine Vision?
Heimat kann Trost spenden und Zugehörigkeit stiften – aber auch ausgrenzen, vereinnahmen, verletzen. Sie ist Identitätsmarker, politisches Schlagwort, Sehnsuchtsort und Kampfbegriff zugleich. Der Heimat-Begriff in Deutschland ist emotional besetzt, umkämpft und umstritten – nicht erst heute, sondern auch in der Geschichte. Während einige Heimat als etwas Bewahrenswertes und Geborgenheit-Stiftendes verstehen, sehen andere darin ein Mittel zur politischen Instrumentalisierung und Ausgrenzung.
Im Seminar „Die vielen Gesichter von Heimat“ wollen wir gemeinsam den Begriff aus unterschiedlichen Perspektiven erkunden: subjektiv, gesellschaftlich und politisch. In Workshops, Filmgesprächen und Diskussionen begeben wir uns auf Spurensuche: Welche Vorstellungen von Heimat prägen unsere Gesellschaft – und uns selbst? Wer entscheidet, wer dazugehört? Und wie können wir Heimat als etwas begreifen, das nicht ausgrenzt, sondern verbindet?
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der START-Stiftung Hessen statt.
Programm
1. Tag
Anreise bis 17:00 Uhr
Annäherung an das Phänomen Heimat
Heimatverständnis und Fragen zu oder an Heimat
2. Tag
Was bedeutet Heimat für mich?
Plakatgestaltung zum individuellen Heimatverständnis, Präsentation und Reflexion
Heimat zwischen Leitkultur und Subkultur
Nutzung des Heimatbegriffs in Politik und Gesellschaft
Die Schattenseite von Heimat
Gruppenarbeit zu rechten Heimatvorstellungen
Heimat in der Einwanderungsgesellschaft
Film und Diskussion
3. Tag
Heimat konkret!
Selbstermächtigung durch Heimat im Kontext internationaler Familiengeschichte
Heimatkrisen und Heimat-Utopien
Zukunftsvorstellungen einer offenen Gesellschaft
Wie war’s?
Seminarauswertung
Das Seminar endet um 14:30 Uhr
Seminarleitung
Milena Täschner, M.A., hat in Dresden und Galway Internationale Beziehungen und Culture and Colonialism studiert und bewegt sich stets irgendwo zwischen Kultur, Politik und Bildung. Derzeit arbeitet sie für die Regionale Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement NRW und das LWL-Museum Zeche Zollern in einem Forschungsprojekt zu ‚Museen gegen Rechtsextremismus‘. Nachdem Milena während ihres Studiums selbst an verschiedenen v.f.h.-Seminaren teilgenommen hat, ist sie seit einigen Jahren als Seminarleitung für den v.f.h. tätig und versucht in ihren Seminaren komplexe politische Themen greifbar und diskutierbar zu machen.
Selina Wiredu, M.Sc., studierte Politikwissenschaft und Wirtschaftspsychologie (B.A.) sowie Sozialpsychologie (M.Sc.). In ihrer Arbeit setzt sie sich schwerpunktmäßig mit ziviler Partizipation, sozialem Wandel, Diversity und Community Empowerment auseinander. Hauptberuflich arbeitet sie als Referentin für afrikapolitische Lobbyarbeit bei einem entwicklungspolitischen Hilfswerk. In dieser Rolle beschäftigt sie sich intensiv mit Fragen politischer Teilhabe und Repräsentation – insbesondere damit, wie Perspektiven bislang unterrepräsentierter Gruppen sichtbarer werden und gleichberechtigt in politische Entscheidungsprozesse einfließen können. Nachdem sie selbst lange Zeit mit großer Begeisterung an v.f.h.-Seminaren teilgenommen hat, ist sie seit Anfang 2022 Teil des v.f.h.-Teams.
Organisatorische Hinweise
Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Die Teilnahme am gesamten Programm sowie die Übernachtung in der Tagungsstätte sind verbindlich. In der Seminargebühr sind Übernachtung im Mehrbettzimmer und Verpflegung enthalten. Die Reisekosten sind selbst zu tragen.