Freie Medien gelten als unverzichtbar für jede Demokratie – doch wie frei sind sie noch? Vor dem Hintergrund der US Midterm Elections Anfang November blicken wir auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit in Europa und den USA. Wie widerstandsfähig sind die Demokratien beiderseits des Atlantiks in Zeiten von Polarisierung und Desinformation?
Journalist:innen stehen in vielen EU-Staaten wie auch in den USA unter wachsendem politischen, ökonomischen und juristischen Druck. Dazu zählen politische Einflussnahme auf Medien, Eigentumskonzentration, SLAPP-Klagen, Hasskampagnen, körperliche Übergriffe sowie gezielte Angriffe auf Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Zugleich prägen digitale Plattformen und soziale Medien die öffentliche Debatte immer stärker.
Die EU versucht gegenzusteuern, etwa per Digital Services Act, European Media Freedom Act oder Anti-SLAPP-Regeln – und erhält dafür scharfen Gegenwind aus der US-Politik und der Technologiebranche, oft unter Verweis auf „free speech“.
In Gesprächen mit EU-Vertreter:innen, Journalist:innen, NGOs und Think Tanks beleuchten wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Wo zeigen sich in der EU und den USA Anzeichen demokratischer Erosion? Welche Maßnahmen können demokratische Resilienz stärken? Wo ist Regulierung nötig – und wo kann sie selbst zur Gefahr für freie Medien, Meinungsfreiheit und politisch-gesellschaftlichen Pluralismus werden?
Anmeldeschluss 01.10.2026.
Programm
1. Tag
Anreise bis 16:00 Uhr
Demokratie und Medienfreiheit unter Druck – ein transatlantischer Auftakt
Zentrale Entwicklungen und Herausforderungen – EU und USA im Vergleich
2. Tag
EU vor Ort I – Gespräche und Diskussionen:
- Europäische Kommission: Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (DG CONNECT) und Generaldirektion Justiz und Verbraucherschutz (DG JUST)
- Journalist:innen- und Medienfreiheitsorganisationen, z.B. European Federation of Journalists (EFJ); Reporter ohne Grenzen (RSF)
3. Tag
EU vor Ort II – Gespräche und Diskussionen:
- Europäisches Parlament: Gespräche mit MdEPs aus verschiedenen Fraktionen, z.B. Mitglieder im LIBE-, CULT- oder IMCO-Ausschuss
- US-Medien: z.B. Bloomberg News oder The New York Times (Brüssel-Büro)
- Think Tanks mit transatlantischem Fokus, z.B. Carnegie Europe, German Marshall Fund of the United States (GMF) oder Open Society Institute
4. Tag
Vergleich und Ausblick: Demokratie und Medienfreiheit in der EU und den USA
Strategien gegen demokratische Erosion und für freie Medien
Kritische Bewertung, Ausblick und Abschlussdiskussion
Das Seminar endet um 14:30 Uhr.
Programmänderungen vorbehalten.
Weitere Details zu den Gesprächspartner:innen folgen. Die Gespräche finden in Deutsch und Englisch statt.
Seminarteam
Iris Weber, M.A., ist Politikwissenschaftlerin und Historikerin, und England (Newcastle-upon-Tyne) ist zurzeit ihr Base Camp. Sie war als Lehrbeauftragte in Politikwissenschaften mit EU-Schwerpunkt an verschiedenen deutschen Universitäten tätig; seit 2014 unterrichtet sich als Gastdozentin an der Odisee-Universität/ Fachhochschule Brüssel. Seit 2004 veranstaltet Iris für den v.f.h. regelmäßig EU-vor-Ort-Seminare in Brüssel und Straßburg, u.a. zu Themen wie Menschenrechts-, Flüchtlings-, Klima-, Außen-und Sicherheitspolitik (inkl. NATO). Beim v.f.h. engagiert sie sich seit der Vereinsgründung 1992. Iris ist u.a. als Länderkoordinatorin für Afghanistan bei Amnesty International UK aktiv.
Organisatorische Hinweise
Die WochenendAkademie Politik richtet sich an Studierende und junge Berufstätige ab 18 Jahren. Die Teilnahme am gesamten Programm sowie die Übernachtung in der Tagungsstätte sind verbindlich. In der Seminargebühr sind Übernachtung und Verpflegung (HP) enthalten. Die Reisekosten sind selbst zu tragen und zu organisieren. Bitte beachte, dass bei den Brüssel-Seminaren nur die Halbpension im Teilnahmebeitrag enthalten ist, da wir Termine in der Stadt wahrnehmen. Plant daher bitte Geld für etwaige weitere Mahlzeiten und die ÖPNV Kosten vor Ort ein.