Seminare
Datum
18.02.24 – 21.02.24
Ort
Brüssel
Seminarnummer
WA 24-02
Seminargebühr
135,00

EU*ropa und der Israel-Palästina-Konflikt

Politische Studienreise nach Brüssel

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Aufgrund der Vielzahl der Anmeldungen müssen wir nun auch die Warteliste schließen.

Die jüngste Eskalation des Nahostkonfliktes, ausgelöst durch den terroristischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober, stellt vieles auf den Prüfstand, auch die Rolle der Europäischen Union (EU) als außenpolitische Akteurin. Das Ringen um einen gemeinsamen Kurs in der Nahostpolitik und der z.T. heftige Streit zwischen hochrangigen EU-Vertreter:innen in den letzten Monaten hat deutlich vor Augen geführt, wie gespalten die EU, ihre Mitglieder sowie deren Gesellschaften, in diesem Konflikt sind.

Konfrontiert mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas versucht die EU ein Gleichgewicht zwischen der Unterstützung des israelischen Selbstverteidigungsrechts und der Forderung nach dem Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza herzustellen – und tut sich sehr schwer damit. Die Kluft zwischen eher Israel zuneigenden EU-Mitgliedsstaaten wie Deutschland und eher die Palästinenser:innen unterstützenden Staaten und einer neutralen Gruppe in der Mitte erweist sich in der EU als großes Hindernis, um eine gemeinsame Nahost-Strategie zu entwickeln.

Seit Jahrzehnten bemühen sich die EU und ihre Mitgliedstaaten zur Deseskalation und Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts beizutragen. Die EU bekennt sich seit Langem zu der Vision eines unabhängigen und souveränen Staates Palästina, der in Frieden und Sicherheit Seite an Seite mit Israel besteht. Die Union ist die größte Geldgeberin der Palästineser:innen: Seit fast 25 Jahren beteiligt sich die EU u.a. an der Finanzierung der Palästinenserbehörde, an Entwicklungs- und Bildungsprojekten im Westjordanland, im Gaza-Streifen und Ost-Jerusalem. Gleichzeitig pflegen die EU und einige ihrer Mitgliedstaaten enge Beziehungen zur Israel, das an zahlreichen EU-Programmen beteiligt ist und dessen größter Handelspartner die EU ist. Das Erbe der Shoah prägt das Verhältnis zu Israel besonders, gerade in Deutschland.

Kann die EU im aktuellen Konflikt zwischen der von der EU als Terrorgruppe eingestuften Hamas sowie der israelischen Regierung unter Benjamin Netanyahu eine Vermittlerrolle spielen? Gelingt es der EU und ihren Mitgliedern angesichts der sich zunehmend verschärfenden humanitären und sicherheitspolitischen Notlage, eine gemeinsame Linie zu finden und ihre vielfältigen wirtschaftlichen, kulturell-religiösen wie politischen Beziehungen in der Region zu nutzen, um die Lage im Nahen Osten zu deeskalieren und einen Flächenbrand in der Region zu verhindern?

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen werfen wir einen Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt, die verschiedenen Konfliktdimensionen und mögliche Wege, einen Friedensprozess in Gang zu setzen – und die Rolle, die die EU und ihre Mitglieder dabei spielen könnten bzw. müssten.

Programm

 

1. Tag

Anreise bis 16:00 Uhr

EU*ropa und der Israel-Palästina-Konflikt:
Stand, Entwicklungen & Herausforderungen

 

2. Tag

Besuche und Diskussionen I:

  • Europäischer Auswärtiger Dienst, Referat Mittlerer Osten – Israelisch besetzte palästinensische Gebiete und Friedensprozess im Nahen Osten
  • Europäische Kommission, Generaldirektion Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen (NEAR) und Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (ECHO)

 

3. Tag

Besuche und Diskussionen II:

  • Europäisches Parlament: Europaabgeordnete aus verschiedenen politischen Fraktionen, Mitglieder in der parlamentarischen Delegation für die Beziehungen zu Israel bzw. Palästina
  • EU-Denkfabrik: z.B. European Policy Centre

 

4. Tag

EU*ropa und der Israel-Palästina-Konflikt: Unsere Positionen und Perspektiven
Kritische Bewertung, Ausblick und Abschlussdiskussion

Das Seminar endet um 14:30 Uhr

Die Expert:innen-Gespräche werden in Deutsch und Englisch geführt.

Seminarleitung

Iris Weber, M.A., ist Politikwissenschaftlerin und Historikerin, und England (Newcastle-upon-Tyne) ist zurzeit ihr Base Camp. Sie war als Lehrbeauftragte in Politikwissenschaften mit EU-Schwerpunkt an verschiedenen deutschen Universitäten tätig; seit 2014 unterrichtet sich als Gastdozentin an der Odisee-Universität/ Fachhochschule Brüssel. Seit 2004 veranstaltet Iris für den v.f.h. regelmäßig EU-vor-Ort-Seminare in Brüssel und Straßburg, u.a. zu Themen wie Menschenrechts-, Flüchtlings-, Klima-, Außen-und Sicherheitspolitik (inkl. NATO). Beim v.f.h. engagiert sie sich seit der Vereinsgründung 1992. Iris ist u.a. als Länderkoordinatorin für Afghanistan bei Amnesty International UK aktiv.

Philipp Dümig

 

Organisatorische Hinweise

Die WochenendAkademie Politik richtet sich an Studierende und junge Berufstätige ab 18 Jahren. Die Teilnahme am gesamten Programm sowie die Übernachtung in der Tagungsstätte sind verbindlich. In der Seminargebühr sind Übernachtung und Verpflegung (HP) enthalten. Die Reisekosten sind selbst zu tragen und zu organisieren. Bitte beachte, dass bei den Brüssel-Seminaren nur die Halbpension im Teilnahmebeitrag enthalten ist, da wir Termine in der Stadt wahrnehmen. Plane daher bitte Geld für etwaige weitere Mahlzeiten und die ÖPNV Kosten vor Ort ein.

 

 

 

Tagungsstätte
Maison N.D. du Chant d'Oiseau
Straße
Avenue des Franciscains 3A
PLZ
1150
Stadt
Brüssel
Land
Belgien
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